Lassen Sie nicht den Scanner über die Software entscheiden
Warum ein hardwareunabhängiger Workflow Vermessungs- und Bauteams die Freiheit gibt, für jeden Auftrag das richtige Erfassungsgerät und die richtige Software zu wählen.

Den Scanner nach dem Projekt wählen
Den Scanner wählen Sie nach dem Projekt, die Software nach dem Scanner. Aber was wäre, wenn es auch andersherum ginge?
Unternehmen jeder Größe arbeiten oft mit Geräten mehrerer Hersteller. Mit dem Kauf eines Scanners wird dessen Software-Ökosystem automatisch Teil des Workflows, vor allem bei der ersten Verarbeitung. Wer aus Scan-Rohdaten eine nutzbare Punktwolke machen will, arbeitet in der Regel in der Umgebung des Herstellers.
Sobald diese Punktwolke vorliegt, stellt sich aber eine andere Frage: Mit welcher Software wird die Punktwolke nachbearbeitet, analysiert, dargestellt und weitergegeben?
Herstellersoftware kann sehr leistungsfähig sein, sie ist aber nicht die einzige Option. Schwieriger wird es, wenn ein Team mit Scannern mehrerer Hersteller arbeitet, jeder mit eigenem Workflow, eigenen Formaten und eigenen Einschränkungen bei der Kompatibilität.

Panoramabilder von einem FJD-Trion-S2-Scanner. Bild: 3D Geosolutions.
Die versteckten Kosten der Herstellerbindung
Bei der Herstellerbindung geht es nicht nur darum, ob eine Plattform ihre eigenen Daten lesen kann. Die größeren Kosten zeigen sich oft erst im Arbeitsalltag, der sich um die Geräte herum bildet.
Eine einzelne dedizierte Umgebung kann gut funktionieren. Kommt ein zweiter Hersteller hinzu und dann ein dritter, ist es mit der Einfachheit bald vorbei. Jede Plattform kann ihr eigenes Lizenzmodell, ihre eigene Oberfläche, eigenen Schulungsbedarf, eigene Freigabewege und eine eigene Dateistruktur mitbringen. Teams müssen unter Umständen mehrere Umgebungen lernen, um ähnliche Aufgaben zu erledigen. Projekte können zersplittern, Daten müssen vor der Wiederverwendung womöglich konvertiert werden, und eine einheitliche Projektstruktur lässt sich schwerer halten.
Die versteckten Kosten sind real: Zeit, um Systeme zu lernen, Daten zu verschieben und zu konvertieren, Duplikate zu speichern und Mitarbeiter zu schulen, dazu die Ausgaben für mehrere Software-Ökosysteme. Vor allem aber wird der Workflow komplizierter.
Eine Geschichte von zwei Scannern
Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, das ein Mobile-Mapping-System von Trimble neben einem terrestrischen Laserscanner von Leica einsetzt. Beides ist hervorragende Technik, stammt aber aus unterschiedlichen Ökosystemen und Werkzeugwelten.
Wo sollen die Daten gespeichert und geteilt werden? Welches System soll das Team lernen? Was passiert, wenn ein Projekt Daten von beiden Geräten braucht?
Keine der beiden Herstellerumgebungen ist zwangsläufig eine schlechte Wahl. Spezialsoftware kann leistungsfähig und gut auf ihre Hardware abgestimmt sein. Das Problem ist, dass es dem Projekt selbst nicht unbedingt darauf ankommt, mit welchem Hersteller die Daten erfasst wurden. Mit der Trennung umgehen muss das Team trotzdem.

Punktwolke von einem Leica-RTC360-Scanner. Bild: TopoCrew.
Die eine Gruppe bevorzugt vielleicht den Trimble-Workflow, die andere kennt sich besser mit Leica aus. Sobald ihre Daten zusammenkommen müssen, tauchen Konvertierungsschritte oder Behelfslösungen auf. Aus der vernünftigen Entscheidung, für jeden Auftrag den besten Scanner zu nehmen, können so parallele Abläufe, getrennte Kompetenzen und unterschiedliche Umgangsweisen mit derselben Art von Geodaten werden.
Die Herstellerbindung ist dann nicht mehr nur ein technisches Thema, sondern schränkt den Workflow ein.
Was kommt nach der Punktwolke?
Der Scanner ist nur der Anfang. Die Vorverarbeitung ist oft eng mit dem Ökosystem des Herstellers verbunden: Rohdaten müssen mit den passenden Werkzeugen registriert, verarbeitet und exportiert werden. Wenn dieser Schritt bereits funktioniert, gibt es meist wenig Grund, ihn zu ändern.
Sobald die Punktwolke fertig ist, kann der Workflow jedoch anders aussehen.
SkyGIS bietet eine gemeinsame Arbeitsumgebung für Daten unterschiedlicher Hersteller und Sensortypen. Teams erfassen weiter mit den Systemen, die zu ihrer Arbeit passen, ob Trimble, Leica, Riegl, DJI, FJD, CHCNAV, South oder ein anderes unterstütztes System, und holen die verarbeiteten Daten für den nächsten Schritt in SkyGIS.
Hardware und Daten können unterschiedlich sein, die Arbeitsumgebung muss es nicht.
Das ist der Vorteil einer geringeren Herstellerbindung: Sie ersetzt nicht die Werkzeuge, die bereits funktionieren, sondern gibt Teams mehr Freiheit bei der Entscheidung, was nach dem Scan passiert.

DJI-Punktwolke mit extrahierten Vektoren. Bild: LiMAP.
Die richtigen Werkzeuge kombinieren
Ziel ist nicht, jedes Werkzeug im Workflow zu ersetzen. Das wäre selten praktikabel oder wünschenswert. Mitarbeiter im selben Unternehmen haben oft unterschiedliche Spezialgebiete und Softwarevorlieben, und für die Nachbearbeitung gibt es viele hervorragende Anwendungen, die für bestimmte Aufgaben entwickelt wurden.
Erfahrene Fachleute lösen ein Problem gern mit möglichst wenigen Werkzeugen, aber keine einzelne Anwendung erledigt jede Aufgabe effizient. Ingenieure sollten das Werkzeug wählen können, das am besten zum Problem passt.
SkyGIS ist als Ergänzung zu vorhandenen Desktop-Anwendungen und Herstellersoftware gedacht. Nutzen Sie Spezialwerkzeuge dort, wo sie am stärksten sind, und SkyGIS dann, wenn Sie einen gemeinsamen Ort für Darstellung, Messung, Analyse, Zusammenarbeit oder Weitergabe brauchen, ganz gleich, woher die Daten stammen.

Panoramabilder mit Punktwolke von einem Trimble-X9-Scanner. Bild: 3D Geosolutions.
Dank dieser Flexibilität und Interoperabilität können Teams die Werkzeuge kombinieren, die ihren Projekten am besten dienen, und halten ihre Geodaten dabei in einer gemeinsamen Umgebung verfügbar. Der beste Workflow ist nicht unbedingt der mit den wenigsten Werkzeugen, sondern der, der dem Team die Freiheit gibt, für jede Aufgabe das richtige Werkzeug zu nutzen.